Eric Chumachenco, Pianist und Lehrender an der Universität Mozarteum, nahm im Februar 2013 im Tonstudio der Universität eine CD mit folgenden Werken auf:

Johann Sebastian Bach (1685-1750) – aus dem “Wohltemperierten Klavier” Band 1:
Präludium und Fuge in cis-moll, BWV 849
Präludium und Fuge in G-Dur, BWV 860

Claude Debussy (1862-1918): “Estampes”
1. Pagodes, 2. La Soirée dans Grenade, 3. Jardins sous la pluie

Viktor Ullmann (1898-1944): Klaviersonate Nr. 7
1. Allegro, 2. Alla marcia, ben misurato, 3. Adagio, ma con moto, 4. Scherzo,
5. Variationen und Fuge über ein hebräisches Volkslied

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Fotos: Christoph Feiel ©

Es ging mir in erster Linie um eine aktuelle Demo-Aufnahme, dies ist der Grund, warum ich nebst der Ullmann-Sonate auch gängige Werke wie aus Bachs Wohltemperiertem Klavier und die “Estampes” von Debussy eingespielt habe.
Aber es war mir schon immer ein Herzenswunsch, die siebente und letzte Klaviersonate von Viktor Ullmann einzuspielen, möglicherweise das letzte Werk, das er noch vollenden konnte, bevor er von Theresienstadt nach Auschwitz verlagert wurde, wo er nur ein paar Tage nach seiner Ankunft in der Gaskammer ermordet wurde.

Diese siebente Sonate, eine sehr emotionale und ergreifende Musik, bezieht sich ganz klar auf das Leben in Theresienstadt und auf das tieftragische Schicksal der Juden.
Viktor Ullmann muss etwas ganz Bestimmtes mit diesem Werk aussagen gewollt haben, denn nicht nur ist es seinen Kindern Max, Jean und Felice gewidmet – alle drei konnten aus dem “Protektorat Böhmen und Mähren” durch die britische Aktion “Save the Children” nach England hinübergerettet werden – sondern er hatte eigenhändig auf dem Titelblatt den Vermerk geschrieben: “Das Recht der Aufführung bleibt dem Komponisten bei Lebzeiten vorbehalten”.
Ein klarer Hinweis also, dass dieses Werk für Ullmann eine ganz besondere Bedeutung hatte und er sehr darauf bedacht war, dass die darin liegende Botschaft – eine Botschaft der Tragik, aber auch des “We shall overcome” und dass wieder andere, bessere Zeiten kommen werden – nicht verfälscht wurde.

Die Aufnahmesitzungen waren wirklich comme il faut – tadelloser Steinway-Flügel, und eine reibungslose und sehr produktive Zusammenarbeit über vier Tage mit den beiden Aufnahmetechnikern der Universität Mozarteum.
Ganz herzlichen Dank an euch beide, Sascha Tekale und Michi Wacht!!!
Eric Chumachenco

Tontechnik, Schnitt und Mastering:  Sascha Tekale und Michael Wacht

Der Erscheinungstermin für diese CD ist noch nicht bekannt.