1. Fassung von 1708 – Text von Nicola Giuvo nach Ovids „Metamorphosen”

„O Galatea,
so weiß wie das Blatt schneehellen Ligusters,
Blühend und frisch wie die Au,
so schlank wie die ragende Erle…..“

Unter der Szenischen Leitung von Eike Gramss haben sich die Abteilung für Musiktheater und das Institut für Alte Musik der Universität Mozarteum mit „Aci, Galatea e Polifemo“ ein besonders reizvolles Kleinod als Kooperationsprojekt vorgenommen. Die intensive Probenarbeit startete bereits im Wintersemester 2011.
Am 9. Juni 2012 fand eine konzertante Aufführung im Rahmen der 27. Arolser Barock-Festspiele statt.

Musikalische Leitung und Konzertmeister: Hiro Kurosaki
Szenische Leitung: Eike Gramss
Projektleitung: Dorothee Oberlinger
Barockorchester des Institutes für Alte Musik mit Lehrenden und Studierenden der Universität Mozarteum

Aci: Stefanie Steger
Galatea: Stephanie Pucalkova
Polifemo: Lachlan W. A. Scott

Aufgezeichnet am 22.Juni 2012 im Großen Studio der Universität Mozarteum
Bildregie: Christoph Feiel
Bildmischer: Hermann Urabl
Tonmeister: Peter Schmidt

Dazu Heidemarie Klabacher in “Drehpunkt Kultur”:

UNIVERSITÄT MOZARTEUM   /  ACI GALATEA E POLIFEMO
Mit dem einäugigen Menschen fressenden Ungeheuer hat der Polifemo aus dem Schäferspiel des jungen Georg Friedrich Händel nur mehr Naivität und Tölpelhaftigkeit gemein. Polifemo in der Lesart des Mozarteum-Hausregisseurs Eike Grams hat sogar ein gerüttelt Maß erotischer Ausstrahlung: Aci, der zarte jugendliche Liebhaber, muss sich einiges anschauen und noch dazu arg zausen lassen von dem groben Kerl. Fast kriegt man Angst um die Sängerin, die am steinigen Meeresufer – in das die gesamte Bühne im Großen Studio verwandelt wurde – wie ein Kohlensack herumgeschleudert wird. An diesem kahlen Geröllgestade erwachen die Liebenden aus sanftem Schlummer, umwirbt der ungeschlachte Polifemo erfolglos die Meeresnymphe Galatea, hier wird der Hirte Aci erschlagen, sein Blut in einen Bach, er selber zum Flussgott verwandelt. Im Meer vereinen sich schließlich Nymphe und Neo-Gott – und Polifemo bleibt einsam zurück…

Es ist eines der bezauberndsten Werke der Musikgeschichte (und hat Händel drei Jahrzehnte und mehrere Fassungen lang beschäftigt), das die Institute für Alte Musik und Musiktheater des Mozarteums als Sommerproduktion in der Regie von Eike Gramss auf die Bühne gebracht haben. Eike Gramss’ Regie besticht – wie immer – durch ihre scheinbare Schlichtheit und Geradlinigkeit, die umso tiefere Einblicke in die Charaktere der Protagonisten ermöglicht. Dass Polifemo statt eines Felsblocks einen zerbeulten Scheinwerfer auf Aci wirft, ist einer jener leichtfüßig ironischen Kniffe, die die Regiearbeiten von Eike Gramss zum Vergnügen machen. Spannend auch der Einsatz des Lichtes, der die kahle Szene in kräftiges Rot, Rosa oder Gelb und damit jeweils eine ganz eigene Stimmung taucht.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von “Drehpunkt Kultur” (http://www.drehpunktkultur.at/)
© by Heidemarie Klabacher – Drehpunkt Kultur

Diese DVD ist erhältlich im Onlineshop der Universität Mozarteum:
Georg Friedrich Händel:  “Aci, Galatea e Polifemo”  –  hier geht´s zum Shop