“67 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli“. Ein Projekt der Abteilung für Tasteninstrumente an der Universität Mozarteum.

Eine DVD-Produktion des Audio- und Videostudios der Universität „Mozarteum“ Salzburg
Regie: Christoph Feiel
Tonmeister: Peter Schmidt

Im Jahre 1819 wandte sich der Wiener Musikverleger und Komponist Anton Diabelli an alle namhaften österreichischen Komponisten und Klaviervirtuosen mit der Bitte, Variationen über ein von ihm vorgegebenes Thema, welches diesem Videoclip als Audiospur unterlegt ist, zu schreiben.
Abgeliefert wurden 50 Variationen, darunter eine des elfjährigen Franz Liszt, eine Variation von W.A.Mozarts Sohn Franz Xaver und eine Komposition von Franz Schubert, die drei Jahre vor dessen Tod entstand.
1981 – im Diabelli-Jahr, lud der ORF Wien österreichische Komponisten ein, sich mit je einer Variation an einem “Remake” der Aktion von Diabelli zu beteiligen und unter den Autoren, deren Werke auf dieser DVD veröffentlicht wurden, finden sich Namen wie Cesar Bresgen, Helmut Eder, Gerhard Winkler und Gerhard Wimberger.

Dazu Reinhard Kriechbaum von “DREHPUNKT KULTUR”:

Das anzuhören, macht rechten Spaß. Erstaunlich Kreatives steht neben sagenhaft Banalem, und das gilt für die Diabelli-Zeitgenossen ebenso wie für die Gegenwartskomponisten. In die Kategorie „Tastenputzer“ ist Helmut Eder eingeordnet worden, der pikant und erfindungsreich in liebenswürdigstem Leggiero die Melodie entlang komponierte. Nicht weniger Augenzwinkern erkennt man in Wimbergers Variation. Er lässt die Melodievorlage beständig harmonisch „entgleisen“ – und sie findet doch immer irgendwie neuen Halt und hat Wiedererkennungswert. Humor sowieso, das ist bei Wimberger keine Frage.

Ein paar Fundstücke: Erzherzog Rudolf war Beethovens Klavierschüler. Was er unter dem verschwiegenen Kürzel S.R.D. (Serenissiumus Rudolphus Dux) zu Anton Diabellis Kompositionswettbewerb beigetragen hat, ist stilistischer Ultra-Beethoven, und allerbester noch dazu. Der elfjährige Liszt hat sich damals auch beteiligt – und er hat schon im holden Knabenalter mächtig tastengedonnert.

Warum eine DVD und nicht bloß eine CD? Schadet gar nicht, wenn man die Finger der 65 Pianistinnen und Pianisten und auch einmal die Gesichter vor Augen hat: Einen solchen „Einblick“ in die Mozarteums-Klavierklassen bekommt man ja sonst nie. Ein paar Mal greifen auch Lehrer in die Tasten. Die Bildregie, vorbildlich zurückhaltend, hilft schon auch mit, wenn die Musik gar zu banal wird. Da darf die Kamera schon mal en passant die Netzstrümpfe einer jungen Spielerin ertasten. Es gab auch Dekorationen mit Notenprojektionen, die gelegentlich im Krebsgang laufen. Langweilig wird es jedenfalls nie, und die Musik steht trotzdem immer im Zentrum.”

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von “Drehpunkt Kultur” (http://www.drehpunktkultur.at/)
© by Reinhard Kriechbaum – Drehpunkt Kultur

Diese DVD ist erhältlich im Onlineshop der Universität Mozarteum:
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